(K)ein Tag, wie jeder andere

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Liebste Katha,

obwohl heute Paula`s Tag ist, schreibe ich Dir. Denn nur durch Dich gibt es sie überhaupt. Dieses Mädchen, das heute ihren 18. Geburtstag feiert. Ohne Dich. Wie so viele andere Dinge auch, die schon ohne Dich stattgefunden haben.

Als ich heute Morgen mit dem Hund unterwegs war, hatte ich immer wieder das gleiche Lied auf den Ohren. Immer lauter. „Wunder“ von Andreas Bourani. Ich weiß gar nicht, ob Du ihn kanntest. Ob es schon viel von ihm gab, als Du noch bei uns warst. Aber ich glaube, das Lied würde Dir auch gefallen. Es macht so viel Mut auf Leben. Auf dieses eine hier unten. Da, wo Du nicht mehr bist.

Was hättest Du alles auf die Beine gestellt für heute? Wie sehr hätten wir es gefeiert, dieses Leben? Hättest Du Dich mit Paula gestritten um die Deko? Um die Menschen, die mitfeiern sollen? Um die Kuchenauswahl? Oder hättet ihr beide euch in eurer Buntheit ergänzt und die Party des Jahres daraus gemacht? Ich weiß es nicht.

Wenn ich den Kopf zur Seite drehe, dann schaue ich in Dein Lachen auf dem Foto. Freude ist da in Deinem Gesicht. So greifbar und doch schon so lange eingefroren. Eigentlich wollte ich vorhin Paula einen ersten Gruß schreiben. Kurz gratulieren. Aber dann war da so viel Erinnerung an Dich. Und daran, wie oft wir Mütter vergessen, dass wir an den Geburtstagen unserer Kinder auch uns selbst feiern sollten. Aber Du bist ja nicht mehr da. Und auch, wenn da viele wunderbare Wegbegleiter sind, viele, die ihre Hände über sie halten, dann wäre sie heute nicht da, wenn Du nicht wärst.

Du bist ein Wunder. Du bist mein Wunder…

Das Leben ist so anders. Und bei allem Guten denke ich trotzdem so oft darüber nach, was gewesen wäre, wenn… Es bringt mich nicht weiter, es bringt Dich nicht zurück. Manchmal frage ich mich, ob das auch eine Art Vermächtnis ist. Die Art wie wir sind, seit Du nicht mehr da bist. Dass wir uns oft aneinander reiben und Konflikte austragen, die es nicht gäbe, wärst Du noch da. Die Gedanken, die oft unausgesprochen bleiben und die immer noch oft schwer sind und die wir alle nicht hätten, wärst Du noch da. Diesen unstillbaren Lebenshunger auch in den schwierigsten Konflikten, der so stark vielleicht nicht wäre, hätten wir Deinen Verlust nicht als so schmerzhaft und tragisch und mitten aus dem Leben heraus empfunden.

Du hast mein Leben verändert. Als Du noch lebtest mit Deiner Art, die so ganz anders war, als meine. An die ich jetzt so oft denke und mir wünsche, ich könnte mal auf Katha-Modus umschalten. Nur kurz. Und jetzt, wo Du eben nicht mehr lebst. Da hast Du mich auch verändert. Meine Wünsche. Meinen manchmal verzweifelten Glauben, das Festkrallen an der Hoffnung, dass wir uns wiedersehen werden. Meinen Mut auf Leben. Auch mal entgegen der Richtung. Ja, in allem bist irgendwie Du.

Und auch, wenn heute ein Freudentag ist, dann brauchen auch die traurigen Gedanken ihren Raum. Und den nehme ich mir hier. Mit Dir. Und die freudigen Gedanken, die schicke ich gleich über einen anderen Kanal. Direkt zum Geburtstagskind. Danke. Für dieses 18jährige Wunder. Hier, hör es Dir mal an – gib zu, es gefällt Dir, oder?

Eine Antwort

  1. Helma Sardisong sagt:

    ICH HABE ES BIS GERADE GESCHAFFT, HEUTE NICHT ZU WEINEN….
    JETZT IST ES SOWEIT.!

    ES GEHT UM MEINE TOCHTER…
    UND UM MEINE ENKELIN….

    NICHT AUSEINANDER ZU DENKEN FÜR MICH.

    „KATHA, DU BIST IMMER BEI MIR, IMMER IN MIR UND IMMER UM UNS.

    ICH FREUE MICH SEHR, DAß DU AMELIE MIR SO GEDANKENNAH BIST.

    VIELEN DANK FÜR DEINE WORTE.

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