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39 Jahre… und doch für immer 28.

Wieder so ein Tag, an dem die Welt sich ein bisschen langsamer dreht. Weil Du nicht mehr da bist. Ein Tag, an dem alles drum herum normal weiter läuft, aber ich frage mich so viele Dinge.

Wo ständen wir heute – du und ich? Wir hatten Hochs und Tiefs auf unserem gemeinsamen Weg. Wir haben gelacht und geweint. Uns so oft gestritten und wieder versöhnt. Wir waren so verschieden und doch wollte jede von uns immer so gern auch ein bisschen wie die andere sein.

Du warst so bunt und schillernd und dann wieder so dunkel und undurchsichtig. Du hast gesprüht vor Lebensfreude und dann wieder warst du leise und zurückgezogen. Du warst von allem etwas und wirst immer ein Teil von mir sein.

Im Augenblick – vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben – der Teil, der es schafft für das einzustehen, was er wirklich möchte. Und der das auch einmal entgegen anderen Meinungen oder Ansichten durchsetzt. Du konntest das. Du hattest diese Ellenbogen, die du auch einsetzen konntest. Ich schaffe es heute vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben. Es bleibt mir nicht egal, was andere über mich denken, aber es ist nicht mehr wichtiger als das, was ich denke und vor allem fühle.

An deinem letzten Geburtstag, den wir zusammen gefeiert haben, saßen wir in deiner Wohnküche, haben Kuchen gegessen, gelacht, erzählt. Mit Menschen, mit denen ich mich nicht so anfreunden konnte und nicht so wohl gefühlt habe. Aber es waren eben Deine Freunde. Kurz darauf haben wir noch einmal zusammen Ostern gefeiert. Mit deinen Basteleien, die heute noch hier stehen. Ich habe versucht, sie zu reparieren, aber das klappt nicht mehr so gut. Egal. Sie bleiben hier stehen. Ein Osterfest im Sonnenschein. Unbeschwert und fröhlich. Mit Ostereiersuche und allem drum und dran. Daran kann ich mich noch so gut erinnern, als wäre es gestern gewesen. Für diese letzte Erinnerung bin ich so dankbar.

Wie würden wir heute feiern? Was würdest Du heute zu mir sagen? Wo würdest Du stehen? Für was würdest Du Dich gerade einsetzen? Für wen kämpfen? Was würde jetzt gerade Deine Leidenschaft wecken? Würdest Du sagen, ab heute wirst Du nicht mehr älter, damit die 40 einfach nicht kommt? Oder würdest du sagen: Ach, es ist doch nur eine Zahl? Wer würde dein Leben begleiten und mit wem würdest du deine Sorgen teilen? Würden wir wieder verrückte Dinge anstellen und uns anschließend darüber kaputt lachen?

Alles Fragen, auf die ich die Antworten nicht kenne. Ich tagträume manchmal von uns. In diesem Zwischenzustand – denn ich bin immerhin mittlerweile älter geworden, du aber nicht. Du bist immer noch die von damals, und wenn ich so tagträume, bin ich auch wieder die von damals, als alles noch so unbeschwert und fröhlich war.

Das heißt nicht, dass es heute nicht mehr unbeschwert und fröhlich ist. Das ist es wieder geworden. Aber eben ohne dich. Und heute ist eben so ein Tag, an dem ich schon morgens früh auf dieser Bank hier sitze,

in den Himmel schaue und an dich denke. An dich, an damals, an heute und diese Sehnsucht nach diesem „Irgendwann“ in mir spüre, wenn wir wieder zusammen sein können.

Bis dahin – üb schonmal, ich tu es auch ab und zu – klingt meine Flöte allein zu dir, aber irgendwann spielen wir wieder ein Duett. Okay?

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