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Ich schreibe so gern von Hoffnung…

Und auf den 1. Blick ist sie da doch irgendwie. Hoffnung. Ein Steinturm. Auf einem toten, abgesägten Baumstumpf. Daneben steht ein Stein und trotzt dem Wind. Darüber strahlt eine erste Frühlingssonne vom strahlend-blauen Himmel. Eine Idylle. Hier.

Am gleichen Himmel, unter der gleichen Sonne jagen anderswo Flieger durch die Luft. Flüchten Menschen. Werden verletzt und getötet. Es herrscht Krieg. Kinder verlieren ihre Eltern, Eltern verlieren ihre Kinder. Männer müssen zur Waffe greifen – ob sie wollen oder nicht.

Auf der ganzen Welt herrscht und beherrscht immer noch diese Pandemie den Tagesablauf. Immer noch haben Menschen Angst um ihr eigenes Leben oder das von Familienangehörigen, Freunden.

Und hier, mitten im Chaos, das Kopf und Welt beherrscht, stehe ich. Mit meinem Wunsch nach Hoffnung. Mit meiner Suche nach kleinen Hoffnungszeichen. Mit meinem Dauergebet.

Wenn ein kleiner Mensch dann vor dir steht und dich mit Tränen in den Augen fragt: „Mama, warum lässt Gott das zu? Warum schenkt er Leben und schaut zu, wie es wieder zerstört wird?“ – dann wirst du ganz schön stumm. Ich zumindest. Dann kreisen meine Gedanken und ich versuche, Dinge zu erklären. Ich kann die Angst und die Wut verstehen. Ich kann die Fragen verstehen. Und dann fühle ich die kleine Hand in meiner großen Hand. Spüre das Vertrauen, das mir geschenkt wird und für das ich so dankbar bin. Wir schauen gemeinsam in einen Himmel, aus dem wir uns Antworten erhoffen. Und dann beten wir gemeinsam. Wir liegen Gott in den Ohren. Mit unserer Wut. Unserer Angst. Unseren Fragen.

Ich habe auch viele Fragen. Mehr, als ich je Antworten haben werde.

Ich bin auch voller Unruhe über das, was gerade passiert. Krieg. Invasion. Angriff. Flucht. Alles Worte, die ich mit Büchern und Filmen in Zusammenhang bringen kann. Aber mit dem Leben?

Und ist es nicht ganz schrecklich, dass ich hier stehen und nach Hoffnungszeichen suchen kann, während anderswo gerade alle Hoffnungen zerstört werden? Ausgelöscht?

Ich bin. Ich atme. Ich bin. Ich atme. Weiter. Immer weiter. Ich werde nicht aufhören damit. Ich werde es Dir alles entgegenschreien, Gott. Meine Wut. Meine Sorgen. Meine Angst. Aber auch meinen kleinen Mut, nicht aufzugeben. Hinzuschauen, wo Hilfe benötigt wird. Hände zu reichen, wo ich sie ergreifen kann. Und Hoffnung zu finden und zu geben wo es nur geht.

Und für diesen kleinen Moment bin ich und atme.

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