Bilder im Kopf

Seit sehr langer Zeit habe ich diese, meine eigene Webseite im Kopf. In meinem Gedanken habe ich schon so viele Bilder und Gedanken mit der Welt geteilt, sie aber dann doch immer für mich behalten. Ich habe sehr lange immer an die Zeit DANACH gedacht. Jetzt ist DANACH, aber so komplett anders, als ich es mir erdacht, erträumt und erhofft hatte. Ich bin angekommen. In der Realität. Und langsam muss ich nun meinen Weg finden. Eben raus aus dem Kreisverkehr.
Was ist denn nun anders? Was ist dieses DANACH?
Ich habe sehr lange einen Job gehabt, der mir – und dafür werde ich immer dankbar sein – ein sicheres und gutes Einkommen gebracht hat. Nette Kollegen. Ein gutes Team in einem soliden und gesunden Unternehmen…
…in das ich einfach von der ersten Minute an nicht hineingepasst habe. Ich habe dort immer in Teilzeit gearbeitet. Mit mal mehr, mal weniger Überstunden. Die Arbeit war meist ziemlich stupide. Und das meine ich nicht abwertend. Es war eben eine Fließbandarbeit ohne Fließband. Jeden Tag das gleiche. Ich habe so sehr geträumt, etwas anderes zu machen. Nach einer Auszeit 2018 in Form einer Kur habe ich endlich geschafft zu formulieren, was mir nie gelungen war: ich wollte nicht einfach einen anderen Job, sondern nochmal ganz neu anfangen. Viele Überlegungen was mir liegt, vor allem am Herzen, was mich umtreibt und was ich mir vorstellen kann. Im Wintersemester 2019 war es dann soweit: Ich war eingeschrieben. Immatrikuliert. Mit 38 Jahren. Berufsziel: Sozialarbeiterin und evangelische Diakonin.
Ich hatte bei meinem Arbeitgeber mit offenen Karten gespielt und mich parallel zu Studienbeginn auch auf die Jobsuche begeben. Lügen, Versteckspielen… dergleichen liegt mir nicht. Daher habe ich alle immer auf Stand gehalten und irgendwie weitergemacht.
Und dann kam Covid-19. Kurzarbeit. Homeoffice. Homeschooling. Selten oder wahrscheinlich nie zuvor habe ich vor solchen Herausforderungen gestanden.
Der langen Rede kurzer Sinn: Im September bekam ich die Kündigung. Ruhe. Irgendwie. Ein riesiger Felsklotz fiel von meiner Seele.
Aber die erhoffte Erleichterung, die nun natürlich auch mein Umfeld erwartete, blieb aus. Was genau hatte ich denn nun auch gewonnen? Es spielte und spielt sich ja immer noch alles zu Hause ab. Wie findet man heraus, wo man gern arbeiten möchte, wenn an den wachen 17 von 24 Stunden immer jemand um einen herum ist? Wenn plötzlich die Zeit für eigene Gedanken, Träume und Wünsche gar nicht mehr da ist? Wenn die Zeit zum Lernen und für Vorlesungen mühsam abgezwackt werden muss?
Das versuche ich im Moment immer noch herauszufinden. Arbeitslos bin ich nun also gerade. Und kaum ein Wort fühlte sich für mich selbst jemals so falsch an. Ich bin nicht arbeitslos. Ich unterrichte meine Zwillinge zu Hause. Ich studiere von zu Hause. Ich mache mein Praktikum in meiner Kirchengemeinde studienbegleitend. Ich habe Haushalt, Haus und Garten. Aber ich bin gerade eben nicht erwerbstätig. Das fühlt sich schlecht an. Und das war nicht mein ursprünglicher Plan. Aber so ist das eben. Wo in der Erinnerung früher mal eine Ampelkreuzung war, an der es zu entscheiden gilt, ob man links oder rechts abbiegt, ist nun eben ein Kreisverkehr. Und da treibt einen niemand zur Eile, sich für eine Ausfahrt zu entscheiden. Und da stecke ich nun gerade. Mitten drin. Der Tank ist noch ziemlich voll – die Verpflegung reichlich. Aber in greifbarer Zukunft sollte ich die Ausfahrt kennen…

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