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Es ist ganz schön windig. Windböen lassen die Bäume rauschen. Wenn ich die Augen schließe, ist es fast wie am Meer.

Ich versuche, tief durchzuatmen. Das Leben aufzunehmen. Wieder aufzunehmen. Aber meine Brust ist eng. Tränen näher als Freude und Lachen. Dabei ist es hier gerade und in diesem Moment doch so schön.

Ich schaue auf die abgeholzten Hänge. Überall liegen die Stämme aufgestapelt. Die doch für Stärke und Beständigkeit stehen. Aber überall kleine Zeichen, neues Grün. Setzlinge mit besonderem Schutz zum Heranwachsen. Die Natur erneuert sich. Warum schaffe ich das nicht?

Es ist so schön hier oben. Niemand stört. Niemand sagt etwas. Aber ich höre auch mich selbst nicht. Ich warte. Aber worauf? Ich will loslaufen, aber wohin? Ich will die Zeit wieder zurückdrehen, aber auf wann? Ich will wissen, wie es weiter geht, aber was ändert das? Unruhe, Weitermachen, Aufgewühltsein, Weitermachen, Funktionieren müssen, Weitermachen, sich selbst verlieren, weitermachen, Angst, Weitermachen, Sorgen, Weitermachen, aber.. ich…kriege…keine…Luft…mehr…

Gedanken, sie kreisen.

Pläne, sie werden über den Haufen geworfen.

Hoffnungen, sie entstehen gar nicht.

Freude, sie kommt, aber bleibt nicht.

Aber Licht und Dunkelheit wechseln sich ab. Immer wieder. Von Anbeginn der Zeit an. Sonne und Mond im Wechsel. Und wenn es nur noch zum Atmen reicht, dann tu es. Atme. Ein und aus. Lass es dunkel werden und dann wieder hell. In dir. Außerhalb von dir. Atme.

Lass dir Zeit. Mit dir. Für dich. Finde dich. Wieder oder ganz neu. Du bist nicht allein mit dir. Er hält seine Hände über dir. Du bist geborgen. Du und dein Atem. Vertrau. Wieder. Oder ganz neu. Atme das Leben. Das er dir geschenkt hat. Entdecke das Wunder wieder neu. Beginne mit dem Atem, den er dir eingehaucht hat. Und lass es wieder zu. Das Leben.

Du bist das Leben, das Leben will. Inmitten von Leben, das Leben will.

Das sage ich mir. An diesem Morgen. Auf dieser Bank. In einem Lichtmoment. In dem ich mir wünsche, die Dunkelheit vertreiben zu können. Ganz und gar. Die letzten zwei Jahre haben mich so sehr verändert. Und mein Umfeld. Was ist noch da? Wer? Was wird nicht wieder wie vorher werden? Wo knüpfe ich an? Viele Entscheidungen wollen getroffen werden. Müssen sie auch. Aber noch ganz vorsichtig.

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